Montag, 11. Februar 2013

Steuertipps für die Einkommensteuer Erklärung 2012


Steuertipps für die Einkommensteuer Erklärung 2012



Wer sich aber vom Fiskus etwas zurückholen möchte, muss dafür nicht gleich kriminell werden. Fast alle können ihre  Abgabenlast deutlich senken. Dafür sollten sie alle legalen Steuersparmöglichkeiten und staatlichen Zulagen ausschöpfen. 

Seit 2012 sind neue Steuervorschriften in Kraft getreten zB bei den  Kinderbetreuungskosten, bei der Entfernungspauschale sowie bei den Reisekosten den Gesundheitsausgaben. Die sollte man clever nutzen.

Ganz neu : Ab 2013 startet die elektronische Lohnsteuerkarte. Der Datenaustausch zwischen Finanzverwaltung und Arbeitgebern erfolgt dann nur noch digital. Fehler im Datenbestand des Arbeitgebers und/ oder des Finanzamtes können dann zu niedrigen Gehaltsauszahlungen führen. Darum sollten sie vorher unbedingt prüfen, ob die Angaben richtig sind, zB die richtige Höhe an eingetragenen Freibeträgen. 

Denn die auf Lohnsteuerkarte eingetragenen Freibeträge für 2012 gelten nicht automatisch weiter. Sie müssen für 2013 neu beantragt werden. Das lohnt sich in jedem Fall ab 600 Euro Fahrtkosten jährlich, sofern Kinderbetreuungskosten bis zu 4000 € gezahlt werden oder wenn Unterhalt bis zu 13 805 Euro gezahlt wird. 

1. Alleinerziehende
Alleinerziehende können in der Steuererklärung 1308 ­Euro Entlastungsbetrag auf ihre erzielten Einkünfte geltend machen, sofern zu ihrem Haushalt mindestens ein Kind gehört, für das sie Kindergeld erhalten. Alleinerziehender die 2012 geheiratet haben, können diesen Betrag anteilig anrechnen lassen. 

2. Arbeitsmittel
Das Finanzamt erkennt für Arbeitsmittel einen Pauschalbetrag von 1000 Euro als Werbungskosten an. Wer höhere Ausgaben im Zusammenhang mit seinem Beruf nachweist ( zB für Computer, Fachbücher, Berufskleidung und Fahrtkosten) kann natürlich mehr absetzen.  

3. Arbeitszimmer
Kosten für ein Arbeitszimmer sind bis zu 1250 Euro pro Jahr absetzbar, wenn der Chef keinen Arbeitsplatz zur Verfügung stellt. Sogar wenn das Büro zu einem großem Teil Privat genutzt wird sind die Kosten für den Anteil der beruflichen Nutzung abziehbar. 

4. Bewerbungskosten
Wer 2012 Ausgaben für die Jobsuche hat, kann die als Werbungskosten absetzen , ganz egal ob die Bewerbung erfolgreich war oder nicht. Zu diesen Kosten gehören zB 
Kosten für Bewerbungs­fotos
amtliche Beglaubigungen
 Kopien
Bewerbungsmappen
Briefporto
Zeitungsinserate
Reisen zu Vorstellungsgesprächen 
Fachliteratur

5. Darlehenszinsen
Wenn sich Familienmitglieder untereinander Geld für betriebliche Anschaffungen leihen, müssen die  Zinsen in der Einkommensteuererklärung 2012 angegeben werden. Das Finanzamt rechnet hier aber nicht mit der normalen 25-prozentigen Abgeltungsteuer, sondern mit dem Steuersatz des Steuerpflichtigen, der mit bis zu 45 Prozent viel höher sein kann.  Hierzu läuft ein Verfahren beim Bundesfinanzhof (Az. VIII B 115/12) . Darum sollten Betroffene gegen Steuerbescheide, die eine  solche Zinsbesteuerung enthält,  Einspruch einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen.

6. Edelmetalle
Gewinne mit Gold und Silber (Barren oder Münzen) sind für die Anleger nach der Mindestdauer von einem Jahr, in dem sie das Gold und Silber nicht verkaufen dürfen steuerfrei. Wer sein Edelmetall verkaufen will, sollte genau auf die Einhaltung ­dieser Frist achten. 

7. Elterngeld
Paare, die nächstes Jahr Eltern werden oder es planen, sollten einen Steuerklassenwechsel prüfen, wenn damit ihr Nettoeinkommen erhöht werden kann. Der Grund dafür ist das das Elterngeld 65 % des durchschnittlichen Nettoeinkommens im Jahr vor der Geburt beträgt,  mindestens aber  300 Euro, maximal 1800 Euro.

8. Fitnessprogramme
Arbeitgeberzuschüsse für Sport und Gesundheitskurse sind bis zu 500 Euro im Jahre 2012 steuerfrei. Dazu zählen zB Kosten für Yogakurse, Rückentraining, Stressbewältigung, Massagen, Fitnessprogramme und Raucherentwöhnung aber nicht Beiträge für Sportvereine und Fitnessstudios.

9. Gesundheitskosten
Ausgaben für Arztbehandlungen, Brillen, Kuren, Zahnimplantate, ­Inlays und Medikamente, die nicht von der Versicherung erstattet wurden, sind als außergewöhnliche Belastung abzugsfähig. 

10. Handwerkerkosten
Handwerkerkosten sind bis zu einer Höhe von 20 Prozent (Höchstens 1200 Euro im Jahr) direkt von der Steuerschuld abziehbar. Dazu zählen Instandhaltungs- und Modernisierungskosten die in und an den eigenen vier Wändenentstanden, allerdings ohne Materialkosten. Das Finanzamt akzeptiert hier nur Bankbelege als Nachweis.

11. Haustiere
Auch die Betreuung von Haustieren in der eigenen Wohnung kann als haushaltsnahe Dienstleistung abgesetzt werden, entschied das Finanzgericht Münster (Az. 14 K 2289/11 E). Das zu versteuernde Einkommen vermindert sich dadurch um 20 Prozent der Betreuungsaufwendungen  ( höchstens 4000 € im Jahr )

12. Kinderbetreuung
Kinderbetreuungskosten für die Kiddies bis zu 14 Jahren sind ab 2012 einfacher als Sonderausgaben absetzbar, denn die Eltern müssen nicht mehr nachweisen, dass sie berufstätig sind. Abzugsfähig sind zwei Drittel der nachgewiesenen Aufwendungen, höchstens jedoch 4000 Euro pro Jahr und Kind.

13. Kindergeld
Für Kinder unter 25 Jahren in Erstausbildung besteht Anspruch auf Kindergeld. Zusätzlich können Eltern 924 Euro Ausbildungsfreibetrag absetzen, wenn ihr Nachwuchs auswärts wohnt. Nach Abschluss der ersten Berufsausbildung muss um den  Kinderfreibetrag beziehungsweise Kindergeld nachgewiesen werden, dass das volljährige Kind neben der Ausbildung nicht mehr als 20 Stunden pro Woche erwerbstätig ist oder nur eine geringfügige Beschäftigung mit einem Monatsverdienst bis zu 400 Euro ausübt.

14. Miete für Angehörige
Wer Immobilien an nahe Verwandte vermietet, muss ab 2012 mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen, um die Aufwendungen wie Abschreibungen, Darlehenszinsen, und Erhaltungsaufwand  voll als Werbungskosten abzusetzen. 

15. Mietnebenkosten
Mieter können die Teile der Nebenkostenabrechnung die die Handwerkerleistungen betreffen bis zu 1200 € von der Steuerschuld abziehen. Abziehbar sind außerdem die Dienstleistungen bis zu 4000 €.  In Betracht kommen hier die Kosten für die  Hausreinigung, den Kaminkehrer, den Hausmeister, und Aufzugs- und Heizungswartung sowie die Gartenpflege.

16. Nachhilfeunterricht
Nachhilfeunterricht für Kinder, die durch einen Umzug Unterricht versäumt haben oder wegen eines Umzugs schulische Inhalte aufholen müssen, sind steuerlich abzugsfähig — bis zu einem Höchstbetrag von 1657 Euro pro Jahr. Die Ausgaben werden nicht pauschal anerkannt, sondern sind nachzuweisen.

17. Parkplatz vom Chef
Eine Maßnahme für die steuerfreie Gehaltserhöhung bietet die kostenlose oder verbilligte Überlassung von Parkraum und Stellplätzen an die Beschäftigten. Dieses bleibt 2012 steuerfrei und gilt auch für die Anmietung von Tiefgaragenplätzen, die nicht in unmittelbarer Nähe der Arbeitsstätte liegen.

18. Pendlerfahrtkosten
Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied kürzlich in zwei Urteilen, dass Arbeitnehmer einen längeren Weg zur Arbeit (Entfernungspauschale: 30 Cent pro Kilometer) absetzen dürfen, wenn dieser verkehrsgünstiger ist als die kürzeste Strecke (Az. VI R 19/11 und VI R 46/10). Schon eine geringfügige Zeitersparnis reicht dafür aus.

19. Pflegeheimkosten
Pflegeheimkosten für einen unterhaltsberechtigten Angehörigen sind nach Urteil des BFH grundsätzlich absetzbar wenn sie ­außergewöhnlich hoch und deshalb unzumutbar sind (Az. VI R 14/10). Angehörige müssen davon  zwischen einem und sieben Prozent des Einkommens selbst tragen.

20. Sachwertgutscheine
Statt einer Gehaltserhöhung können Arbeitnehmer — auch rückwirkend für das gesamte Jahr — den Chef noch um die Ausgabe von Sachwertgutscheinen bitten. Der Vorteil ist das die Ausgabe von Essensgutscheinen ist für Arbeitnehmer bis zu einem Maximalbetrag von 1304,60 Euro pro Jahr steuerfrei ist, bei Benzingutscheinen sind es bis zu 528 Euro.

21. Steuerfreigrenzen
Wer als Rentner nachweist, dass der zu versteuernde Teil seiner Alters­bezüge zuzüglich Kapitalgewinnen und weiterer Einkünfte 2012 den Grundfreibetrag (8004 Euro) nicht übersteigt, kann noch dieses Jahr beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV) beantragen. Banken zahlen dann Kapitalerträge drei Jahre lang steuerfrei aus.

22. Telefon und Internet
Wer als Arbeitnehmer über private Telefon- und Internetanschlüsse auch beruflich kommuniziert und sich dies vom Chef bescheinigen läßt, kann die anteiligen Kosten für Grund-, Gesprächs- und Datengebühren, die ihm dieses Jahr entstehen, geltend machen. Ohne Einzelnachweis sind bis zu ­ 20 Prozent der Rechnung (maximal 20 Euro je Monat) absetzbar.

23. Umzugskosten
Wer 2013 umzieht, kann ­einen Pauschbetrag für sonstige Umzugsauslagen (1283 Euro zusammen veranlagte , 641 Euro Singles) geltend machen. Der Umzugspauschbetrag erhöht sich für jede weitere Person, die zum Haushalt gehört, um 283 Euro. Höhere berufsbedingte Umzugskosten sind nur im Einzelnachweis absetzbar.

24. Unfallkosten
Wer bei beruflichen Fahrten (Arbeitsweg und Dienstreisen) in einen Unfall verwickelt wird, kann Aufwendungen, die der Arbeitgeber 2012 nicht ersetzt, als Werbungs­kosten absetzen. Als Nachweis können Polizeiprotokoll und Zeugenaussagen dienen. Das Finanzamt darf die Kosten nicht anteilig kürzen, weil der Wagen auch privat genutzt wird. 

25. Verpflegung
Auch Leiharbeiter können nach einem neuen Bundesfinanzhofurteil Pauschalen für Verpflegungsmehraufwand geltend machen (Az. VI R 47/11), wenn sie täglich mehr als acht Stunden unterwegs — also nicht an ihrer regelmäßigen Arbeitsstätte — tätig sind. Zudem sind Reisekosten zu Kunden des Arbeitgebers mit ­30 Cent je gefahrenem Kilometer oder den tatsächlichen Kosten absetzbar.

26. Weiterbildung
Wer sich beruflich weiterbildet, kann 2012 bezahlte Kursgebühren, Honorare und Prüfungsgebühren absetzen. Das gilt auch für Arbeitsmittel (Bücher und Software) sowie für Zinsen für einen Bildungskredit. Der BFH urteilte, dass dazu Fahrtkosten zur Uni oder zum Schulungsort gehören (Az. VI R 42/11, VI R).

27. Vorsorgeaufwendungen 
Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Versorgungswerken und der Rürup-Rente können mit 74 Prozent der Beitragssumme, maximal aber mit 14.800 Euro als Vorsorgeaufwendungen geltend gemacht werden.