Montag, 11. Februar 2013

Steuererklärung ? Was ist das ?



Steuererklärung ? Was ist das ?  

Wer muss überhaupt eine Steuererklärung abgeben?

Das hängt von der  Steuerklasse ab. Alle die in Steuerklasse 3, 4 oder 5 sind müssen eine Steuererklärung abgeben. Auch wer  Freibeträge auf der Lohnsteuerkarte oder der  Ersatz-bescheinigung eingetragen hat   Arbeitslosen-, Eltern- oder Krankengeld von mehr als 410 Euro   bezogen hat, ist zur Abgabe verpflichtet.
Steuerpflichtige der Steuerklasse 1( Singles )  und Steuerklasse 2 ( Alleinerziehende ) müssen keine Steuererklärung einreichen. Aber auch bei Ihnen kann eine Steuererklärung ratsam sein. Denn alleine schon wenn die Werbungskosten mehr als 1000 Euro betragen, kann man mit einer Steuererstattung rechnen und das ist schon der Fall, wenn zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mehr als 15 Kilometer liegen.
Muss ich als Rentner auch eine Steuererklärung machen?

2005 ist die Rentenbesteuerung neu geregelt worden. Sofern der Beginn der Rentenzahlungen vor 2005 lag, sind 50 Prozent der damaligen Bruttorente steuerpflichtig. Die andere Hälfte ist steuerfrei und wird wie ein Freibetrag, der von der Rente abgezogen  

Für jedes Jahr indem die Rente später neu bezogen wurde, steigt der Prozentsatz der zu versteuernden Rente jährlich um 2 %. Folglich sinkt auch die Rente, die steuerfrei vereinnahmt werden kann, und immer mehr Rentner müssen eine Steuererklärung abgeben.

Welche Formulare benötige ich?

Als erstes Mal den Mantelbogen. Da kommen alle persönlichen Angaben, aber auch Angaben zu haushaltsnahen Dienstleistungen, Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen, und Spenden.
Anlage N muss ausfüllen wer  Arbeitseinkünfte hat. Er trägt auch gleich die  Werbungskosten wie Arbeitsmittel, die Fahrten zur Arbeit, Gewerkschaftsbeiträge und Fortbildungskosten ein.            Rentner müssen zur Anlage R greifen. Wer vermietetes Wohneigentum besitzt trägt diese Einnahmen und Ausgaben in die Anlage V ein.
Anlage KIND  muss logischerweise abgeben, wer ein Kind hat. Hier werden auch Kinderbetreuungskosten eingetragen. Bei getrenntlebenden Ehepaaren oder
Renten- und Krankenversicherungsbeiträge und weitere Versicherungen (private Haftpflicht, Lebens- und Rentenversicherungen) werden in der Anlage Vorsorgeaufwand eingetragen. Und vermögenswirksame Leistungen in die Anlage VL. Wer einen Riester-Vertrag hat, füllt  die Anlage AV aus.
Sofern man ausländische Einkünfte bezieht, muss die Anlage AUS abgegeben werden. Selbstständige geben die Anlage G ab und selbstständige Landwirte die Anlage L. Dagegen müssen Weinbauern die Anlage Weinbau ausfüllen.
In der Anlage Unterhalt U  werden Angaben zu Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen gemacht.
Und die Anlage Zusätzliche  Angaben müssen Angaben gemacht werden bei zB Verlustvortrag, oder getrenn tlebenden Personen
Welche Fristen gelten?
Die Steuererklärung 2012 muss bis 31. Mai 2013 beim Finanzamt eingegangen sein. Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, hat bis Ende 2016 Zeit.  Wenn die Erklärung bei einem  Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfeverein erstellt wird, hat man bis zum 31.12. 2013 Zeit.
Bekomme ich vom Arbeitgeber Bescheinigungen für das Finanzamt?
Bisher erhielt man vom Arbeitgeber die Lohnsteuerkarte, die inzwischen allerdings abgeschafft wurde. Jetzt gibt es vom Arbeitgeber einen Ausdruck der eigen Daten, die Der Chef elektronisch an das Finanzamt geschickt hat.

Was muss ich bei den Fahrtkosten zur Arbeit beachten?
Der Arbeitsweg bringt meist eine deutliche Ersparnis. Für jeden Entfernungskilometer (also nur  eine Strecke nicht Hin- und Rückweg) gibt es 30 Cent als sogenannte Entfernungspauschale. Wer nicht krank war, kann für das Jahr 220 bis 230 Tage ansetzen.
Wenn man mehrere Arbeitsstätten hat gibt es jetzt eine neue Regelung die allerdings vor allem  Außendienstler, Bauhandwerker, Monteure und Fahrer betrifft. Diese berechnen die Entfernungspauschale nur für eine Arbeitsstätte. Für die anderen Wege können sie wie bei der Dienstreise 30 Cent je gefahrenem Kilometer, also  doppelt so viel ansetzen. Grundlage hierfür ist eine Entscheidung des Bundesfinanzhofes (Az.: VI R 55/10, VI R 36/10, VI R 58/09).
Was kann ich außer den Fahrtkosten noch absetzen?
Das sind Arbeitsmittel wie Fachbücher, Büromaterial, beruflich veranlasste Telefonkosten, Arbeitskleidung und Arbeitstaschen und anteilige Kontoführungsgebühren. Viele Bundesländer erkennen einen Pauschbetrag von bis zu 110 Euro an. Ein Computer muss zu 90 Prozent beruflich genutzt werden, damit die Kosten vom Finanzamt voll anerkannt werden. Geräte, die mehr als 487,90 Euro inklusive Mehrwertsteuer kosten, müssen über drei Jahre abgeschrieben werden.
Wie senken Kinder die Steuerlast?
Berufstätige Eltern oder Alleinerziehende können Betreuungskosten für die Kita oder den Hort ihres Kindes bis zum 14. Geburtstag absetzen. Das Finanzamt berücksichtigt davon zwei Drittel, maximal 4000 Euro im Jahr als Werbungskosten. Alleinverdiener-Elternpaare können in der Regel die Betreuungskosten nur für Kinder vom vollendeten dritten bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr als Sonderausgaben absetzen. Schulgeld für Privatschulen berücksichtigt das Finanzamt zu 30 Prozent, maximal 5000 Euro. Alleinerziehende profitieren von einem Freibetrag in Höhe von 1308 Euro.
Bei erwachsenen Kindern mit eigenen Einkünften dürfen diese nicht mehr als 8004 Euro betragen. Von Einkünften wie der Ausbildungsvergütung können Werbungskosten wie beim Arbeitnehmer und Sozialversicherungsbeiträge abgezogen werden. Kindergeld gibt auch für Eltern, deren Kinder einen Freiwilligendienst absolvieren.
Welche Programme helfen bei der Steuererklärung?
Wer sich keinen eigenen Berater hat oder keinen haben will, kann eine  Steuerspar-Software nutzen. Die Programme leiten einen Schritt für Schritt  durch die Erklärung und Anlagen. Außerdem erstellen die Programme einen voraussichtlichen Steuerbescheid. In der Regel kann die Steuererklärung auch elektronisch an das zuständige Finanzamt übermittelt werden.
Computer Bild testete das zb das Programm "Steuersparerklärung 2012" ( für rund 26 € ) zum bestem. Auf Platz zwei ist das "Steuer-Sparbuch 2012" (Preis rund 29  Euro).  

Wo kann ich mir noch Rat holen?

Rat und Tat gibt es beim  Lohnsteuerhilfeverein und  beim Steuerberater.