Dienstag, 19. Februar 2013

120 ganz legale Steuertipps



Sind wir doch mal ehrlich: andauernd werden uns Steuersenkungen versprochen,  aber was an der einen Stelle eventuell gesenkt wird, wird an einer anderen Stelle erhöht. So kommt es gefühlt nur zu einer Umverteilung der Ausgaben, was relativ unbefriedigend ist.

Das deutsche Steuerrecht gilt zwar als kompliziert, die Steuersätze sind zu hoch und der Progressionsverlauf ist eher  als leistungsfeindlich anzusehen, aber es gibt auch überraschend viele Sparchancen.

Steuerzahler profitieren zB, wenn sie Handwerker und Dienstleister beauftragen. Der Staat fördert Handwerkerleistungen (z.B. Wohnung streichen,  Fernsehreparatur usw) und haushaltsnahe Dienstleistungen wie  Hausmeister, Kinderbetreuung oder ähnliches. Denn die Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten sind absetzbar, allerdings nicht die  Materialkosten.

Doch das sind noch längst nicht alle Sparmöglichkeiten. Je nach dem können Steuerzahler ohne Ende Freibeträge und Pauschalen nutzen. Wer alles ausschöpft kann  mit dieser „privaten Steuerreform“ schnell eine Eresparnis von 1000 Euro im Jahr erzielen.  

Los geht´s:

Tipp 1:Steuerpflichtige können für Handwerkertätigkeiten höhere Beträge absetzen.  Der bisherige Höchstbetrag ist von 600 Euro auf 1200 Euro verdoppelt worden. Ansetzen könnt ihr das egal ob Mieter oder Eigenheimbesitzer.  Der Höchstebetrag an Rechnungen beträgt hier 6000 €. Davon sind 20% absetzbar und so kommt Ihr auf die 1200 €.

Tipp 2:Auch für haushaltsnahe Dienstleistungen wie Gartenarbeit oder Kinderbetreuung erhöht sich der maximale Abzugsbetrag auf 4000 Euro. Die maximale Höhe der Rechnungen die abgesetzt werden können beträgt 20000 € davon können 20 %, also maximal 4000 € abgesetzt werden.

Tipp 3:Steuerzahler müssen nicht, die Rechnungen und den Kontoauszug bei der Steuererklärung beilegen, sie müssen sie nur  noch auf Verlangen beim Finanzamt einreichen. Barzahlungen bleiben aber weiter tabu.

Tipp 4:Der Steuervorteil gilt auch für Haushalte, die innerhalb der EU liegen, sowie für selbst genutzte Ferienwohnungen. Allerdings wird der Bonus für sämtliche Wohnungen insgesamt nur einmal bis zur Höchstgrenze gewährt.

Tipp 5:Mieter können einen Teil der Nebenkosten für Hauswart, Treppenhausreinigung, Wartungsarbeiten, Schornsteinfeger steuerlich absetzen. Vermieter oder Verwalter müssen den Anteil der Aufwendungen in der Jahresabrechnung allerdings gesondert ausweisen.

Tipp 6:
Auch ein Minijob im Haushalt ist absetzbar. Hier könnt Ihr Rechnungen im Wert von 2550 € geltend machen. Davon sind 20  absetzbar was eine Maximalhöhe von 510 € entspricht.

Das Finanzamt beteiligt sich auch an den Kosten für  die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung, sofern diese  durch zB  Brand, Unwetter oder Hochwasser zerstört wurden. Diese Kosten werden erstattet sofern sie die zumutbare Eigenbeteiligung überschreiten. Die Höhe der zumutbaren Belastung ergibt sich aus der untenstehenden Tabelle

ZUMUTBARE BELASTUNG

Sie muss nur einmal errechnet werden und sofern die Außergewöhnlichen Belastungen diesen Betrag übersteigen, ist der übersteigende Betrag abzugsfähig .

Gesamtbetrag
 Bis 15 340   
Euro
Bis 51 130 Euro
Über 51 130 Euro      
Single
5
6
7
Ehepaar ohne Kinder
4
5
6
Ehepaar bis zwei Kinder
2
3
4
Ehepaar ab drei Kindern
1
1
2

Tipp 7:Die Wiederbeschaffungskosten müssen angemessen sein; Luxusgegenstände sind kann man nicht ansetzen. Es werden nur Dinge anerkannt, die üblicherweise zur Einrichtung gehören und im Haushalt nötig sind. Ebenso werden Aufwendungen für die Beseitigung von Asbest- und Formaldehydbelastungen sowie den Austausch belasteter Möbel anerkannt.

Tipp 8: Kosten für Arztbesuche , Medikamente, Kuren, Brille, Fahrtkosten zu Ärzten usw ( siehe mein vorheriges Steuer Posting hier ) können sofern sie die zumutbare Belastung ( siehe oben) übersteigen abgesetzt werden. Die Aufwendungen müssen in dem Jahr   geltend gemacht werden, in dem die Rechnungen bezahlt wurden. Also immer auf das Zahldatum achten !
Kosten für rezeptfreie Medikamente wirken steuermindernd, wenn ein Arzt das Präparat verordnet hat. Oftmals müssen Steuerpflichtige aber nachweisen, dass die Aufwendungen medizinisch notwendig sind.

Tipp 9:Wer anstehende Ausgaben für Medikamente, Brillen, Massagen, Klinikaufenthalte oder Zahnbehandlungen in diesem Jahr bezahlt, kann über den Grenzwert kommen. Es kann sich aber auch lohnen, durch Stundung die Bezahlung ins nächste Jahr zu verschieben. Ziel sollte immer sein, möglichst viele außergewöhnliche Belastungen in ein Jahr zu legen, um den zumutbaren Eigenanteil zu überschreiten. Wer eine Ratenzahlung vereinbart hat, sollte prüfen, ob er die Zahlung nicht komplett in einem Jahr leistet, damit sich der Steuervorteil voll auswirkt.

Tipp 10:Der Fiskus erkennt medizinische Leistungen wie Massage, Bewegungstherapie, Krankengymnastik, Heißluft, Fango oder auch eine Sprachtherapie an, wenn sie ärztlich verordnet sind. Nicht absetzbar sind dagegen Sauna, Fitnesstraining, Schwimmen und Bodybuilding.

Tipp 11:Will der Arzt rezeptfreie Präparate nicht auf Kassenrezept verschreiben, sollten Steuerzahler prüfen, ob sich diese auf Privatrezept verordnen lassen. Es kann zwar sein, dass sie für das Ausstellen des Privatrezepts ein Honorar zahlen müssen. Aber auch dieser Betrag ist absetzbar.

Tipp 12:Kranke und Behinderte können neben den allgemeinen Behinderten -Pauschalen auch Gegenstände wie Brillen, Kontaktlinsen, Pflegemittel, Hörgeräte, Schuheinlagen und Prothesen stets absetzen. Gesunde benötigen ein amtsärztliches Attest oder eine Bescheinung der Krankenkasse, dass die Gegenstände medizinisch notwendig sind. Beispiele: wirbelsäulengerechtes Bett, Entspannungssessel, Rollstuhl, Treppenlift oder orthopädische Stühle.

Tipp 13.
Aufwendungen für eine Heilkur erkennt der Fiskus als außergewöhnliche Belastung an, wenn der Amtsarzt oder eine gesetzliche Krankenkasse bescheinigten, dass die Kur notwendig ist.

Tipp 14:Das Attest muss bereits vor Kurantritt vorliegen. Springt die Kasse nicht für die Kosten ein, kann der Steuerpflichtige neben Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung dem Fiskus in Rechnung stellen – soweit sie die zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Das Finanzamt zieht aber 20 Prozent der Summe für ersparte Unterhaltskosten ab. Wichtig: Der Fiskus übernimmt anteilig nicht ärztlich nicht überwachte Bade- oder Klimakuren.

Tipp 15:Attestiert der Arzt, dass der Besuch eines nahen Angehörigen zur Heilung der Krankheit beiträgt, erkennt das Finanzamt auch die Kosten für dessen Besuchsfahrten an.

Tipp 16:Auch Scheidungskosten gehören zu den steuerlich absetzbaren außergewöhnlichen Belastungen.
Der Fiskus übernimmt anteilig alle unvermeidlichen Prozess- und Anwaltskosten für die Scheidung und den Versorgungsausgleich, soweit sie die oben berechnete zumutbare Eigenbelastung übersteigen. Andere Kosten – etwa Ausgaben wegen der Vermögensauseinandersetzung, eines Umzugs oder der Einrichtung einer neuen Wohnung – ersetzt der Fiskus dagegen nicht. Ebenfalls nicht mehr abziehbar sind die Kosten für die Regelung zum Sorge- und Umgangsrecht bei gemeinsamen Kindern.

Tipp 17:Hat einer der Partner die Kosten der Scheidung allein getragen, müssen beide Ex-Gatten die Übernahme der Scheidungskosten notariell beurkunden. Ansonsten berücksichtigt das Finanzamt nur einen Teil der Aufwendungen.


Tipp 18: Wer dem geschiedenen oder getrennt lebenden Gatten regelmäßig Unterhalt leistet, kann Zahlungen bis zu 13 085 Euro pro Jahr als Sonderausgaben absetzen. Der Ex-Partner muss aber zustimmen, da er das erhaltene Geld im Gegenzug versteuern muss (Anlage U)

Tipp 19: Stimmt der Ex-Partner nicht zu, sind die Zahlungen alternativ auch bis zur Höhe von 7680 Euro pro Jahr als außergewöhnliche Belastungen absetzbar.

Tipp 20:Da der Steuervorteil durch den Sonderausgabenabzug in der Regel höher ist als der Abzug als außergewöhnliche Belastungen, kann die Beteiligung des Ex-Gatten am Steuerbonus für ihn ein Anreiz zur Zustimmung sein.

Tipp 21:Wer Unterhaltsleistungen an den Ex-Partner mit einer Einmal- oder Kapitalzahlung abfinden will, kann die Zahlung im Rahmen des Realsplittings steuerlich absetzen. Die Abfindung ist aber nicht über den Höchstbetrag von 13 805 Euro der Sonderausgaben hinaus als außergewöhnliche Belastung abziehbar.
Es kann sich daher lohnen, die Abfindung über mehrere Jahre verteilt auszuzahlen, um den Höchstbetrag mehrfach in Anspruch nehmen zu können.

Tipp 22:Zu den typischen Unterhaltsaufwendungen gehören auch Kosten für Kleidung, Wohnung und Verpflegung. Ebenfalls abziehbar sind Versicherungsbeiträge (z. B. Krankenversicherung).

Tipp 23: Wer 2013 heiratet, rettet den Splitting-Vorteil für das gesamte Jahr. Der Splitting-Vorteil wirkt sich für Eheleute positiv aus, wenn die Einkünfte beider Partner unterschiedlich hoch sind. Beziehen beide ein etwa gleiches Einkommen, geht der Steuervorteil gegen null. Profitieren können daher besonders Paare, bei denen ein Partner Alleinverdiener ist oder zumindest einen Großteil der Einkünfte verdient.
Den Vorteil gibt es für das gesamte Jahr der Heirat, also auch, wenn das Paar erst Ende Dezember heiratet. Damit erhalten Frischvermählte einen ordentlichen Teil ihrer bereits bezahlten Steuern zurück.

Tipp 24:Ehepaare können zwischen gemeinsamer, getrennter und im Jahr der Heirat noch der besonderen Veranlagung wählen. Beide Eheleute geben im ersten Fall eine gemeinsame Erklärung ab, im zweiten und dritten Fall macht jeder eine eigene. Bei etwa gleich hohen Einkommen führt die Einzelveranlagung häufig zum besseren Ergebnis als die Zusammenveranlagung. Im Jahr der Trennung können Paare das Wahlrecht zum letzten Mal nutzen.

Tipp 25:Wer im Trennungsjahr einen ernsthaft gemeinten Versöhnungsversuch startet, rettet den Splitting-Vorteil für ein weiteres Jahr. Drei bis vier Wochen lang zusammenzuziehen genügt (BFH, Az. VI R 268/94)

Tipp 26:Wohltäter können kirchliche, mildtätige und gemeinnützige Spenden von bis zu 20 Prozent des Gesamtbetrags ihrer Einkünfte als Sonderausgaben absetzen. Überschreiten Spenden diesen Höchstbetrag, können sie im Rahmen der Höchstbeträge in spätere Jahre vorgetragen werden.

Tipp 27: Als Beleg für Spende und Zuwendung verlangt das Finanzamt eine Zuwendungsbestätigung von Verein oder Stiftung. Kontoauszug oder Überweisungsbeleg reichen, wenn Spenden „zur Linderung der Not und zur Hilfe in Katastrophenfällen“ auf spezielle Sonderkonten fließen.

Tipp 28:Den vereinfachten Nachweis akzeptiert das Finanzamt außerdem bei Spenden bis 200 Euro, wenn der Überweisungsträger einer Organisation genutzt wird.

Tipp 29.
Seit Januar 2006 sind die Kosten für den Steuerberater auf die einzelnen Einkunftsarten aufzuteilen und entsprechend der Einkunftsart als Betriebsausgaben oder als Werbungskosten abzusetzen

Tipp30:Dazu zählen auch Mitgliedsbeiträge für Lohnsteuerhilfevereine, Fahrtkosten zum Beratungsgespräch sowie Kosten für Steuerfachliteratur und PC-Steuerprogramme.

Tipp 31:Aus Vereinfachungsgründen verzichten die Beamten bei Rechnungen bis 100 Euro auf eine Aufteilung, ob diese privat oder beruflich veranlasst gewesen sind (gemischt veranlasste Steuerberatungskosten laut BMF-Schreiben vom 21.12.2007, Az. IV B 2-S2144/07/0002).

Tipp 32:Steuerzahler können nicht alle Versicherungen als Vorsorgeaufwendungen in der Steuererklärung unterbringen. Nicht zum Abzug führen insbesondere Sachversicherungen wie etwa Hausrat-, Kfz-Kasko und Rechtschutzversicherungen.

Tipp 33:Es können aber Beiträge zu Unfall- oder Haftpflichtversicherungen als Werbungskosten deklariert werden. Dies gilt jedenfalls dann, wenn die Versicherung neben privaten auch berufliche Risiken abdeckt. Man sollte sich jedoch den beruflichen Anteil von der Versicherungsgesellschaft bescheinigen lassen. Mit diesem Dreh lassen sich ebenso Beiträge für eine Rechtsschutzversicherung absetzen. Vorteil zudem: Werbungskosten sind – anders als Sonderausgaben – in voller Höhe absetzbar.

Tipp 34:Steuerzahler sollten ihre Riester-Beiträge immer auch in der Steuererklärung als Sonderausgaben angeben (Steuerhauptformular Seite 3, Anlage AV). Grund: Nur dann kann das Finanzamt eine Günstigerprüfung durchführen. Ist die Steuerersparnis höher als die Zulage, wird die Differenz erstattet. Wichtig ist es auch, stets die Altersvorsorgezulage zu beantragen, selbst wenn der Sonderausgabenabzug günstiger sein sollte – ansonsten geht dieser Teil der Förderung verloren.

Tipp 35:Zudem kann es sich lohnen, mehr als den Mindesteigenbeitrag zu sparen. Denn Anleger können Prämien bis zu 2100 Euro steuerlich absetzen.

Tipp 36:Auch Minijobber haben die Möglichkeit, aus den Pauschalbeiträgen des Arbeitgebers vollwertige Pflichtbeiträge zu machen und sich so den direkten Förderanspruch der Riester-Rente zu sichern. Hierfür müssen sie aber auf die Versicherungsfreiheit verzichten und den Pauschalbeitrag des Arbeitgebers aufstocken.

Tipp37: Selbstständige und Freiberufler sollten den Abschluss einer Rürup-Rente in Erwägung ziehen. Diese kann mit einer Einmalzahlung starten.

Tipp 38:Für bereits bestehende Verträge kann eine Zuzahlung sinnvoll sein, um den Steuerbonus voll auszuschöpfen. Einmalzahlungen sind für Ältere vorteilhaft, denen nicht mehr viel Zeit für den Aufbau einer nennenswerten Zusatzrente bleibt. Allerdings ist dann der Zugiff auf das angesparte Vermögen versperrt.


Tipp 38:Versicherungsbeiträge sind als Sonderausgaben absetzbar. Zu unterscheiden sind Altersvorsorgeaufwendungen und andere Vorsorgeaufwendungen. Es gelten unterschiedliche Berechnungen und Höchstbeträge.
Zu den Altersvorsorgeaufwendungen gehören Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, zu berufsständischen Versorgungswerken und Rürup-Renten. Hierbei steigt der steuerabzugsfähige Anteil seit 2005 jährlich um 2 %. Das bewirkt das im Jahr 2025 insgesamt 100 Prozent anzugsfähig sind. So können für das Jahr 2012 in der Steuererklärung 74 Prozent der Aufwendungen zur Rürup-Rente von der Steuer abgesetzt werden, höchstens jedoch 14.800 Euro für Ledige und 29.600 Euro für Verheiratete.

Weit weniger Abzug gestattet er für alle anderen Versicherungsbeiträge. Arbeitnehmer, Beamte und Rentner dürfen für Kranken-, Pflege-, Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall- und Risikolebensversicherung nur bis zu 1500 Euro abziehen, Selbstständige, die ihre Krankenversicherungsbeiträge selbst aufbringen, insgesamt bis zu 2400 Euro.

Tipp 39:Auch wenn Lebens- und Rentenversicherungen mit Vertragsabschluss nach dem 1.1.2005 steuerlich nicht mehr absetzbar sind, können Steuerpflichtige dennoch Beitragsteile zu einer eingeschlossenen Berufsunfähigkeits- oder Unfallzusatzversicherung im Rahmen der anderen Vorsorgeaufwendungen geltend machen.

Tipp 40:Wegen der Günstigerprüfung empfiehlt es sich, weiterhin alle Versicherungsbeiträge geltend zu machen, die zu den abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen gehören. Das Finanzamt prüft von Amts wegen in den Jahren 2005 bis 2019 im Rahmen der Steuererklärung, ob die neue oder die alte Regelung des Jahres 2004 günstiger ist. Der Fiskus berücksichtigt dann das günstigere Ergebnis.

Tipp 41:Für jedes Kind erhalten Eltern Kindergeld (für die beiden ersten Kinder 164 Euro, für das dritte Kind 180 Euro, ab dem vierten 190 Euro). Das gilt auch für Volljährige in Ausbildung – maximal bis zum 25. Lebensjahr.

Tipp 42:Wer weder Ausbildungs- noch Studienplatz hat, sollte sich beim Arbeitsamt ausbildungssuchend melden. Auch wer sein Bemühen um einen Ausbildungsplatz belegt, etwa mit einem ablehnenden ZVS-Bescheid, ist kindergeldberechtigt.

Tipp 43:Für Volljährige gibt es kein Kindergeld, wenn ihr Einkommen mehr als 8004 Euro pro Jahr beträgt. Werbungskosten, zB Aufwendungen für Fahrten, Fachliteratur oder Studiengebühren drücken das Einkommen unter die Grenze. Auch Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung sind abziehbar. Wird das Limit überschritten, sollte man gegen den Kindergeldbescheid Einspruch einlegen und auf ein Verfahren beim Bundesverfassungsgericht (BVerfG) verweisen (Az. 2 BvR 1874/08). Die Richter müssen klären, ob das Alles-oder-nichts-Prinzip des Einkommensgrenzbetrags rechtens ist.

Tipp 44:Betreuungskosten sind absetzbar. Der Umfang hängt davon ab, ob Eltern als Doppel- oder Alleinverdiener gelten.

Tipp 45:Auch wenn Verwandte das Kind betreuen, sind die Kosten abziehbar. Wichtig sind klare Vereinbarungen, die einem Fremdvergleich standhalten. Erfolgt die Betreuung unentgeltlich, sind Fahrtkosten abziehbar. Als Nachweis dient eine Rechnung über Nebenkosten.

Tipp 46:Doppelverdiener haben bessere Absetzmöglichkeiten. Gut zu wissen, dass ein Minijob als Erwerbstätigkeit gilt. Selbst wenn ein Elternteil in Ausbildung ist, gelten die Regeln für Doppelverdiener.


Tipp 47:Clevere vereinbaren statt einer Gehaltserhöhung einen Kindergartenzuschuss. Denn Leistungen des Arbeitgebers zur Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern sind steuer- und sozialversicherungsfrei.

Tipp 48:Wer nach der Geburt eines Kindes eine Jobpause einlegt, erhält seit 2007 Elterngeld (67 Prozent des wegfallenden Nettolohns, maximal 1800 Euro).

Tipp 49:Ehepaare können bei geschickter Steuerklassen-Wahl das Elterngeld optimieren. Wechselt der betreuende Elternteil in Steuerklasse III, steigt das Nettoeinkommen und damit das Elterngeld.

Tipp 50:Alleinerziehende profitieren von einem Entlastungsbetrag (1308 Euro), wenn sie nicht mit einer anderen erwachsenen Person in einer Haushaltsgemeinschaft leben.

Tipp 51:Wichtig ist der Unterschied zwischen Haushalts- und reiner Wohngemeinschaft. Wer ein gemeinsames Wirtschaften widerlegen kann, rettet den Freibetrag.

Tipp 52 Schulgeld für kostenpflichtige Privatschulen ist zu 30 Prozent steuerlich absetzbar (maximal 5000 Euro).

Tipp 53:Auch an den Kosten ausländischer Schulen muss sich der Fiskus beteiligen.

Tipp 54: Für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstätte können Steuerzahler pauschal 30 Cent je Entfernungskilometer( nur eine Fahrt )  absetzen.

Tipp 55:Die Entfernungspauschale gilt unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel – egal ob Pkw, öffentliche Verkehrsmittel oder Fahrrad. Auch bei Fahrgemeinschaften kann jeder Mitfahrer die Pauschale geltend machen.

Tipp 56:Entscheidend für die Entfernung zwischen Wohnsitz und Büro ist die kürzeste Straßenverbindung. Eine längere Strecke wird jedoch akzeptiert, wenn sie verkehrsgünstiger ist.

Tipp 57:Maßgeblich ist die Anzahl der tatsächlichen Arbeitstage (ohne Urlaubs- und Krankheitstage). Das Finanzamt erkennt ohne Einzelnachweis in der Regel bei einer 5-Tage-Woche 220 bis 230 Fahrten, bei einer 6-Tage-Woche 260 bis 280 Fahrten an.

Tipp 58:Grundsätzlich akzeptiert das Finanzamt Fahrtkosten bis maximal 4500 Euro. Die Begrenzung gilt jedoch nicht bei Fahrten mit dem Pkw. Als Nachweis sollten Pendler den Kilometerstand am Anfang und am Ende des Jahres dokumentieren.

Tipp 59: Für sonstige berufliche Fahrten können Arbeitnehmer (sofern nicht vom Chef erstattet) und Selbstständige 30 Cent pro gefahrenen Kilometer absetzen.

Tipp 60:Wer andere Kollegen im Auto mitnimmt, darf pro Person zusätzlich zwei Cent geltend machen.

Tipp 61:Statt der Kilometerpauschale können Steuerzahler auch den höheren, mit einer Vollkostenrechnung ermittelten Kilometer-Kostensatz absetzen. Für einen Zeitraum von zwölf Monaten werden alle anfallenden Kosten rund um das Autos summiert und der Betrag durch die gefahrenen Kilometer geteilt.

Tipp 62:Neben Fahrt- und Übernachtungskosten mindern Verpflegungs-mehraufwendungen die Steuerlast. Das gilt bei einer Abwesenheit von mindesttens 8 Stunden bis zu 14 Stunden gibt es 6 € pro Tag und bei Abwesenheit von 14 bis 24 Stunden 12 Euro. 24 Stunden Abwesenheit lassen 24 Eurosteuerabzug zu.

Tipp 63: Das Finanzamt muss sich an nachgewiesenen Kosten für berufliche Anschaffungen beteiligen. Aufwendungen bis 410 Euro (ohne Mehrwertsteuer) sind sofort absetzbar. Liegt der Preis darüber, müssen Gegenstände monatsgenau über die voraussichtliche Nutzungsdauer verteilt abgeschrieben werden.

Tipp 64:Einige Finanzämter erkennen Aufwendungen für Arbeitsmittel bis 110 Euro ohne Nachweis als Werbungskosten an. Allerdings sollten Steuerzahler auch dann angeben, was sie angeschafft haben, etwa Schreibwaren oder Fachliteratur.

Utensilien abzusetzen:

Büromaterial: Stifte, Papier, Aktenordner, Textmarker, Folien, Papierkorb, Büroklammern
Büromöbel: Schreibtisch, Schreibtischlampe, Regal, Bücherschrank, Bürostuhl, Teppich, Bilder, Sideboard
Bürogeräte: Diktiergerät, Zeichengerät, Fax, Telefon, Computer,Schreibmaschine, Taschenrechner
Computerzubehör: Monitor, Drucker, Scanner, Kabel, Computertisch
Literatur: Fachbücher, Fachzeitschriften, Software

Tipp 65: Wer seinen Computer mindestens zu 90 Prozent beruflich nutzt, kann sämtliche Kosten voll mit dem Fiskus teilen. Gute Karten hat, wer dem Finanzamt den Umfang der beruflichen und privaten Nutzung glaubhaft darlegen kann. Als Nachweis können etwa konkrete Aufzeichnungen über die Art und Dauer der Computerarbeit dienen.

Tipp 66: Wer das Finanzamt nicht davon überzeugen kann, dass er den Computer mindestens zu 90 Prozent beruflich nutzt, geht nicht leer aus. Denn bei Computern gilt das Aufteilungsverbot ausnahmsweise nicht. Die Kosten sind in Höhe des beruflichen Nutzungsanteils abziehbar. Passt das Berufsbild grundsätzlich zu Computerarbeit, akzeptiert der Fiskus ohne Nachweis einen Nutzungsanteil von 50 Prozent.

Tipp 67: Nutzen Arbeitnehmer und Selbstständige ihre Privat Telefon auch beruflich, können sie den Staat an den Kosten beteiligen. Ohne den beruflichen Anteil nachweisen zu müssen, können Steuerzahler 20 Prozent der monatlichen Telefonrechnung, maximal 20 Euro, als Werbungskosten geltend machen. Die Voraussetzungen sind gering: Es müssen „erfahrungsgemäß beruflich veranlasste Telefonkosten anfallen“.

Tipp 68:Betragen die beruflichen Gebühren mehr als 20 Prozent der Privatrechnung, empfiehlt sich der Einzelnachweis. Der Fiskus verlangt lediglich Aufzeichnungen für einen dreimonatigen Zeitraum. Der so ermittelte geschäftliche Anteil an den Gesprächskosten wird dann für das ganze Jahr übernommen.

Tipp 69:Ausgaben für berufliche Fortbildungen, auch Umschulungen und Zweitausbildungen, werden voll als Werbungskosten anerkannt. Abziehbar sind zB Kursgebühren, Fachliteratur und Reisekosten.

Tipp 70:Wer sich mit anderen Teilnehmern der Fortbildungsmaßnahme zum gemeinsamen Lernen trifft, kann die anfallenden Reisekosten steuerlich absetzen. Als Nachweis sollten Betroffene, Ort, Datum und Namen der Teilnehmer liefern können.

Tipp 71:Der Fiskus unterscheidet zwischen Aus- und Fortbildung.
Ein Erststudium gilt als Ausbildung. Folge: Die Kosten sind nur bis zu 4000 Euro als Sonderausgaben absetzbar und zwar in dem Jahr in dem sie entstanden sind . Sie verpuffen komplett, wenn keine steuerpflichtigen Einkünfte vorliegen.

Tipp 72: Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer sind nur absetzbar, wenn sich dort der Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit befindet.

Tipp 73: Arbeitsraum ist nicht gleich Arbeitsraum: So sind die Kosten für Räume, die in Ausstattung und Funktion atypisch für ein Arbeitszimmer sind, auch weiterhin absetzbar. Beispiele: Werkstatt, Lagerraum, Ausstellungsraum, Verkaufsraum, Tonstudio, Atelier.

Tipp 74:Handelt es sich nicht um ein „häusliches“ Arbeitszimmer, sondern um ein „außerhäusliches“, sind die Kosten voll abzugsfähig. Der Raum darf sogar im gleichen Gebäude wie die Privatwohnung sein. Wichtig ist, dass es keinen direkten Zugang von der Wohnung zum Arbeitszimmer gibt und diese nicht auf der gleichen Etage liegen.

Tipp 75: Wer aus beruflichen Gründen die Wohnung wechselt, kann die Ausgaben mit dem Staat teilen. Dabei muss ein beruflicher Umzug muss nicht zwingend mit einem Jobwechsel verbunden sein. Immer wenn sich die Fahrzeit um mindestens eine Stunde verkürzt, gilt der Umzug als beruflich veranlasst. Selbst private Gründe sind dann unschädlich.

Tipp 76:Zusätzlich zu den tatsächlich nachgewiesenen Kosten – etwa für die Umzugsfirma, Reisen am Umzugstag oder zu Wohnungsbesichtigungen, vorübergehend doppelte Mietzahlungen oder Makler – können Betroffene dem Fiskus Umzugspauschalen für sonstige Auslagen in Rechnung stellen.

Tipp 77:Haben die Kinder wegen des Wohnungswechsels Probleme in der Schule, beteiligt sich der Fiskus auch an den Kosten für den Nachhilfeunterricht. Es sind allerdings Höchstbeträge zu beachten.

Höchstbeträge für Umzüge

Ehepaar
1256€
Single
  628€
weitere Personen
  277€
Nachhilfeunterricht
1584€

Tipp 78: Wer am Arbeitsort einen Zweitwohnsitz hat, kann die damit verbundenen Kosten mit dem Finanzamt teilen. Absetzbar sind etwa Fahrt- und Umzugskosten, für die ersten drei Monate Verpflegungsmehraufwendungen sowie die Miete.

Tipp 79: Grundsätzlich wird eine doppelte Haushaltsführung dann anerkannt, wenn der zweite Wohnsitz aus rein beruflichen Gründen besteht. Ausnahme Hochzeit: Heiraten zwei Personen, die an verschiedenen Orten leben und arbeiten, können sie eine der beiden Wohnungen zur Familienwohnung machen und die Zweitwohnung absetzen.

Tipp 80:Ehepaare können doppelt profitieren, indem sie den Fiskus gleichzeitig an der Miete für die Zweitwohnung und den Finanzierungskosten von Immobilieneigentum beteiligen. Das Modell: Die Ehefrau kauft am Arbeitsort ihres Partners eine Wohnung auf Kredit und vermietet diese an ihren Mann.

Tipp 81:Nicht nur Ehepaare, auch Unverheiratete und Alleinstehende können eine doppelte Haushaltsführung geltend machen. Voraussetzung: Ihr Lebensmittelpunkt liegt am Heimatort und sie unterhalten dort einen „eigenen Hausstand“. Gute Karten hat, wer mindestens zweimal im Monat nach Hause fährt.

Tipp 82: Werden Kunden oder Geschäftspartner bewirtet, sind 70 Prozent der Kosten als geschäftliche Bewirtungsaufwendungen abziehbar. Wer statt externer Kunden eigene Mitarbeiter einlädt, kann die Ausgaben grundsätzlich voll als betriebliche Bewirtungskosten abziehen.

Tipp 83:Aber:  Nicht nur Unternehmer, auch Arbeitnehmer können beruflich bedingte Einladungen von Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern mit dem Fiskus teilen. Voraussetzung: Die Aufwendungen werden nicht vom Arbeitgeber erstattet. So können etwa Vorgesetzte die bei beruflichen Veranstaltungen wie Einsatzbesprechungen oder Fortbildungen übernommenen Kosten für Speisen und Getränke ihrer Mitarbeiter voll absetzen.

Tipp 84: Wer hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen hat, sollte sich auf der Lohnsteuerkarte Freibeträge eintragen lassen. So erhöhen Arbeitnehmer sofort ihren Nettolohn und müssen nicht bis zur Steuererstattung im Rahmen der Steuererklärung warten.

Tipp 85: Idealerweise wird der Antrag auf Eintragung eines Freibetrags sofort nach Erhalt der Lohnsteuerkarte gestellt. Dann ist die Nettolohnerhöhung bereits ab Januar oder Februar wirksam. Der Antrag für das laufende Jahr ist bis zum 30.11. möglich. Dann wirkt sich der Freibetrag voll auf den Lohnsteuerabzug im Dezember aus.

Tipp 86:Eheleute, die beide Arbeitnehmer sind, können zwischen den Steuerklassen III/V oder IV/IV wählen. Verdienen beide Ehegatten etwa gleich viel, ist die Kombination IV/IV günstiger. Sind die Verdienste unterschiedlich hoch, sollte der besser verdienende Ehegatte die Steuerklasse III und der weniger verdienende Ehegatte die Steuerklasse V wählen

Tipp 89:Die Lohnsteuerklassen-Kombination mit dem insgesamt geringsten Steuerabzug ist nicht immer die beste. Viele Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Arbeitslosengeld, Mutterschaftsgeld oder Krankengeld richten sich nach dem Nettolohn. Ist absehbar, dass einer der beiden Partner künftig entsprechende Leistungen bezieht, sollte dieser rechtzeitig in die bessere Steuerklasse III wechseln

Tipp 90: Egal, ob Arbeitnehmer oder Selbstständiger, wer einen Firmenwagen fährt, muss den privaten Nutzungsanteil versteuern. Clevere führen ein Fahrtenbuch und prüfen jährlich, was sich mehr auszahlt: Fahrtenbuch- oder Pauschalwertmethode. Was günstiger ist, hängt von der jeweiligen Höhe des privaten Nutzungsanteils ab. Wichtig: Arbeitnehmer können in der Einkommensteuererklärung die Methode frei wählen, egal ob der Arbeitgeber die Pauschalmethode oder die Fahrtenbuchmethode während des Jahres zu Grunde gelegt hat.

Tipp 91:Selbstständige fahren mit Leasing oft steuerlich günstiger. Sie haben einen Liquiditätsvorteil und können geleistete Sonderzahlungen und die Monatsraten sofort als Betriebsausgaben absetzen. Das bringt vor allem im ersten Jahr Steuerersparnisse.

Hier beide Möglichkeiten im Vergleich :

Pauschalwertmethode
1-Prozent-Methode

Listenpreis
40 000 Euro
1% davon x 12 Monate
4800 Euro
Steuer
2160 Euro


Fahrtenbuch-Methode
Privatfahrten
wenige
viele
Gesamtkilometer p.a.
25 000 km
25 000 km
davon Privatfahrten
6250 km (25%)
20 000 km (80%)
Kfz-Kosten
12 000 Euro
12 000 Euro
zu versteuern
3000 Euro
9600 Euro
Steuer
1350 Euro
4320 Euro

Tipp 92: Von einer Gehaltserhöhung bleibt in der Regel netto viel weniger übrig als erhofft. Denn der Progressionseffekt schlägt gnadenlos zu. Darum: Warum nicht statt auf Bares zu setzen, mit dem Chef steuer- und sozialabgabenfreie Sachgeschenke oder Zuschüsse für konkrete regelmäßige Ausgaben als Gehaltsbonus aushandeln. Das bringt netto meist deutlich mehr. Die Möglichkeiten sind vielfältig: zBl etwa beim privaten Einlösen dienstlich erworbener Bonus-Flugmeilen, bei einem neuen Handy , bei Benzingutscheinen (höchstens im Wert von 44 Euro pro Monat), Wein- und Buchpräsenten, Geldgeschenken zur Hochzeit, Bereitstellung eines Computers, Zuschüssen für einen Kindergartenplatz oder Fahrten zur Arbeitsstätte sowie Gewährung zinsgünstiger Darlehen durch den Arbeitgeber.

Tipp 93:Besonders clevere Arbeitnehmer verwenden auch ihre vermögenswirksamen Leistungen (VL) für eine Betriebsrente und erhöhen so ihre Vorsorge ohne Nettoverlust. Denn dann sind die VL, anders als bei herkömmlichen Anlageformen (Fondssparplan oder Bausparvertrag), nicht steuer- und sozialabgabenpflichtig.

Tipp 94: Geldgeschenke innerhalb der Familie bringen Steuervorteile. Neben dem Grundfreibetrag haben Kinder eigene Pauschalen. Übertragen Eltern Teile ihres Wertpapierdepots auf Kinder, kann die Familie bei geschickter Verteilung stattliche Kapitalerträge steuerfrei einstreichen. Dabei sollte aber das Limit von 7680 Euro nicht überschritten werden, sonst geht das Kindergeld verloren. Zudem muss der Depotübertrag endgültig sein. Eltern müssen das Vermögen wie fremdes Geld verwalten. Eröffnen sie lediglich ein Unterkonto, geht der Vorteil verloren.

Tipp 95:Kapitalerträge der Kinder sollten nicht über 5121 Euro im Jahr liegen, da die gesetzliche Krankenkasse die Kinder dann nicht mehr kostenlos mitversichert.

Tipp 96: Mit der Abgeltungssteuer kassiert der Staat von Zinsen, Dividenden und anderen Kapitaleinnahmen 25 Prozent Einkommensteuer, 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag und 8 oder 9 Prozent Kirchensteuer. Werbungskosten werden nicht mehr steuermindernd anerkannt.
Es gibt lediglich noch einen jährlichen Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige und das Doppelte für Verheiratete. Nur bis zu diesem Betrag bleiben Kapitalgewinne von der Steuer verschont.

Tipp 97:Damit Banken bei der Auszahlung von Zinsen und Dividenden auf die Steuer verzichten, müssen Anleger einen Freistellungsauftrag erteilen. Er gilt zeitlich unbefristet bis zu seinem Widerruf. Entsprechende Formulare hält jedes Kreditinstitut bereit. Bis zur Höhe von 801 Euro/1602 Euro bleiben sie dann von der Abgeltungsteuer verschont. Bestehende Freistellungsaufträge gelten über den 1. Januar 2009 hinaus weiter.

Tipp 98:Wer Konten bei mehreren Banken hat, kann den Freibetrag nach Belieben aufteilen. Wer sich dabei verkalkuliert, kann die Freistellung jederzeit widerrufen oder ändern. Doch Vorsicht: Banken sind verpflichtet, dem Bundesamt für Finanzen die tatsächliche Höhe der Zinsen und Dividenden mitzuteilen. Der Fiskus erkennt auf Anhieb, wenn ein Freibetrag überzogen wurde.

Tipp 99:Wer keine Freistellung beantragt, kann Zinsen und Dividenden zusammen mit den Abzugssteuern in der Steuererklärung angeben. Die Abzugssteuer wird auf die Steuerschuld angerechnet. Zu viel gezahlte Steuern werden voll erstattet.

Tipp 100: Für vermietete Immobilien können Vermieter die Gebäudeabschreibung steuerlich geltend machen. Seit 2006 gewährt der Fiskus nur noch die lineare Abschreibung von jährlich zwei Prozent der Anschaffungs- und Herstellungskosten.
Sie bezieht sich nicht auf Grund und Boden. Clevere Käufer stellen von Anfang an die Weichen richtig und teilen bereits im Kaufvertrag den Preis auf Grundstück und Gebäude auf. In der Regel übernimmt das Finanzamt diese Angaben.

Tipp 101:Wird eine Wohnung selbst bewohnt und die andere vermietet, spielt die Aufteilung des Kaufpreises eine wichtige Rolle. So sollten die Anschaffungskosten für die Mietwohnung im notariellen Kaufvertrag möglichst hoch sein. Denn die eigengenutzte Wohnung spielt steuerlich keine Rolle.

Tipp 102:Aufwendungen für die Gartengestaltung zählen nicht zu den Herstellungskosten des Gebäudes. Der Garten gilt als selbstständiges Wirtschaftsgut, die Kosten sind über zehn Jahre abzuschreiben.

Tipp 103:Wer eine denkmalgeschützte Immobilie besitzt oder eine Eigentumswohnung in einem solchen Gebäude hat, kann für bestimmte Baumaßnahmen eine besondere Steuervergünstigung, die „Denkmal-AfA“, in Anspruch nehmen. Das gilt für Vermieter wie auch für Selbstnutzer.

Tipp 104:Zu den Werbungskosten aus Vermietung und Verpachtung zählen Finanzierungskosten, Zinsen, Kreditnebenkosten, Fahrtkosten zur Bank, Notar- und Grundbuchgebühren, Vorfälligkeitsentschädigung.

Tipp 105 :Auch wenn ein Teil des Gebäudes vermietet und ein Teil selbst genutzt wird, setzen clevere Vermieter die Zinsen voll ab. Voraussetzung: Die Finanzierungskosten können genau zugeordnet werden. Grundsätzlich empfehlenswert sind zwei separate Darlehen. Idealerweise stimmt die Darlehenssumme für die vermietete Wohnung exakt mit dem Kaufpreis laut Notarvertrag überein.

Tipp 106: Wird ein Gebäude renoviert, stellen die Kosten in der Regel Erhaltungsaufwand dar. Das heißt, sie sind voll absetzbar und müssen nicht wie Herstellungskosten über 50 Jahre abgeschrieben werden.

Tipp 107:Vermieter können größere Erhaltungsaufwendungen sofort in einem Betrag geltend machen oder gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre verteilen. Vor allem bei hohen Kosten kann durch die Aufteilung ein höherer Steuervorteil erzielt werden.

Tipp 108: Wer an Angehörige vermietet, muss die Regeln kennen. Beträgt die Miete mindestens 75 Prozent des ortsüblichen Wertes, muss das Finanzamt die Werbungskosten voll akzeptieren. Wird weniger verlangt, muss der Vermieter eine positive Ertragsprognose liefern, um die Kosten voll abzuziehen.

Tipp 109: Die Vermietung an Angehörige kann steuerlich trotzdem noch sehr interessant sein. Denn die Gestaltung funktioniert selbst dann, wenn Eltern an ihre Kinder vermieten und diesen die Miete finanzieren.
Eltern kaufen ein Studentenapartment für 100 000 Euro und finanzieren 80 000 Euro per Kredit. Die Tochter zahlt 300 Euro Miete an die Eltern.

Hier ein Bespiel:

Zu versteuerndes Einkommen Eltern
80 000
Einkommensteuer (Splittingtarif)   
18 446
Mieteinnahmen  
  3600
Darlehenszinsen (5 %) 
  4000
Abschreibungen                                            
1400
sonstige Nebenkosten
5000
Verlust
-6800
zv Einkommen neu
73 200
Einkommensteuer jetzt (Splitting)
16 020
Steuerersparnis
2426

Tipp 110:Auch bei Überkreuzvermietungen sparen Immobilienbesitzer Steuern. Die Beteiligten brauchen für das Finanzamt jedoch sinnvolle wirtschaftliche Gründe, die für einen Immobilientausch sprechen. Wird nur wegen der Steuerersparnis wechselseitig vermietet, kann das Finanzamt Gestaltungsmissbrauch unterstellen.

Tipp 111:Einspruch Steuerzahler dürfen dem Finanzamt nicht blind vertrauen. Jeder dritte Steuerbescheid ist falsch, schätzt der Bund der Steuerzahler. Gegen fehlerhafte Bescheide können Steuerzahler innerhalb eines Monats Einspruch einlegen. Die Frist beginnt am dritten Tag nach der Aufgabe des Bescheids beider Post.

Tipp 112:Versäumt der Steuerzahler unverschuldet die Einspruchsfrist, kann er die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. Als Entschuldigung lassen die Beamten meist Krankheit, Unfall oder Reisen gelten, nicht aber Arbeitsüberlastung.

Tipp 113:Nicht nur Fehler des Amtes lassen sich durch Einspruch ausbügeln. Auch wenn der Steuerzahler Belege vergessen hat oder nachträglich Sparchancen entdeckt, lohnt sich Widerstand per Einspruch.

Tipp 114:Das kostenfreie Verfahren kann mit einem simplen Schreiben per Post, Fax oder Telegramm in Gang gesetzt, die Begründung nachgereicht werden.

Tipp 115:Automatisch profitierten Steuerzahler, wenn sie sich per Einspruch an Verfahren anhängen, die bereits in gleicher Sache bei den Bundesgerichten oder beim Europäischen Gerichtshof verhandelt werden. Eine eigene Begründung brauchen sie dann nicht mitzuliefern. Es genügt der Hinweis auf den anhängigen Prozess.
Geht das fremde Verfahren gut aus, gewinnen sie mit.

Tipp 116:Ergeben sich nach Ablauf der Einspruchsfrist wichtige neue Tatsachen – der Steuerpflichtige erhält etwa Steuerbescheinigungen von der Bank oder Spendenquittungen zu spät -, kann der Bürger den Bescheid nachträglich noch ändern lassen. Dafür hat er vier Jahre Zeit. Voraussetzung: Der Steuerzahler trägt keine Schuld am verspäteten Einreichen der Belege.

Tipp 116: Verlangt der Fiskus eine Steuernachzahlung, ist sie zunächst einmal fällig, auch wenn dagegen Einspruch oder Klage erhoben wird. Zahlt der Betroffene nicht, fordert die Behörde Säumniszuschläge – ein Prozent für jeden angefangenen Monat des offenen Betrags. Das Finanzamt kann die Steuer sogar zwangsweise eintreiben. Das kann man verhindern, indem man mit dem Einspruch gleichzeitig die Aussetzung der Vollziehung beantragt. Ist der Antrag erfolgreich, wird die Zahlung bis zur Entscheidung ausgesetzt. Doch Vorsicht: Wird er später abgelehnt, kassiert das Finanzamt 0,5 Prozent Zinsen für jeden vollen Monat, in dem die Steuerzahlung ausgesetzt wurde.

Tipp 116:Wer gerade finanziell in der Klemme steckt, weil er ohne Job ist oder mit der Firma schwere Verluste erlitten hat, kann einen Antrag auf Stundung stellen. Wichtig: Auch für gestundete Steuern fallen in der Regel 0,5 Prozent Zinsen pro Monat an.

Tipp 117:Das Finanzamt kann Stundungszinsen und Steuern ganz oder teilweise erlassen, wenn die Zahlung die wirtschaftliche Existenz ernsthaft gefährdet (BFH, Az. XR 134/98).  Auch auf Säumniszuschläge kann der Fiskus verzichten, wenn jemand wegen Zahlungsunfähigkeit und Schulden Steuern nicht zahlen kann (BFH, Az. V R 2/04).

Tipp 118: Laut Gesetz (§ 89 AO) sollen Finanzbeamte Helfer des Steuerzahlers sein. Danach sollen sie nicht nur Auskünfte erteilen, sondern von sich aus zu Steuer sparenden Anträgen anregen, wenn diese aus Versehen oder Unkenntnis nicht gestellt wurden. In der Praxis kommt dies allerdings selten vor.

Tipp 119:Steuerpflichtige sollten Auskunft und Beratung von ihrem Sachbearbeiter verlangen. Zu einfachen Rechtsfragen muss der Beamte kostenlos antworten.

Tipp 120: Was tun, wenn man Quittungen vergessen oder Beleg verloren hat?
Manchmal kommt es vor, dass man keine Quittung erhalten oder die Quittung vergessen hat. Dennoch besteht die Möglichkeit, diese Beträge als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend zu machen. 

Sichern Sie sich den Abzug durch Eigenbelege. Fertigen Sie sich einen sogenannten Ersatzbeleg an. Das ist nichts anderes als ein Stück Papier, auf dem die Ausgaben festhalten werden. Dieser Beleg wird dann als Buchungsbeleg verwendet, wobei nicht vergessen werden darf, den Anlass, den Betrag und das Datum auf dem Ersatzbeleg anzubringen.

Diese Vorgehensweise ist z.B. anerkannt bei
Parkgebühren
Bewirtungsbelegen
Telefonkosten vom Privatapparat oder in einer Münztelefonzelle
Waschen von betrieblicher Kleidung in der privaten Waschmaschine
Münzkopierer in Bibliotheken
Geschenke oder Präsente, die Sie aus dem Privatvermögen entnommen haben
Staubsaugerkosten bei der Wagenwäsche (Münzapparat)

Die Vorsteuer kann aus den Eigenbelegen nicht abgezogen werden, da es sich hierbei nicht um ordnungsgemäße Rechnungen handelt. Jedoch können diese Belege bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden.

Tipp 120: Eine steuerliche Geltendmachung von neuangeschafften Wirtschaftsgütern ist nur möglich, wenn diese Güter beruflich oder betrieblich genutzt werden. So sollten Sie bei der Anschaffung darauf achten, dass diese Absicht bereits auf der Rechnung zu erkennen ist. Lässt der Wortlaut der Rechnung schon einen privaten Gebrauch vermuten, wird es schwierig, die Anschaffung steuerlich geltend zu machen. Ein multimediatauglicher mp3-Player z.B. muss nicht zwangsläufig als solcher auf der Rechnung erscheinen - denn ebenso handelt es sich dabei um einen mobilen Wechseldatenträger, der zur beruflichen Datenspeicherung unerlässlich ist. Auch handelt es sich bei (Fach)Zeitschriften nicht um privates Lesevergnügen, sondern um wichtige Fachliteratur.